Sommer-Tour 2020

von:
Bärbl Vollertsen

Die "Gilde-Sommer-Tour" ist in jedem Jahr ein Angebot für alle QuilterInnen, die sich mit einem kleinen Projekt die Sommer- und Ferienzeit vertreiben wollen. 
Das ganze Angebot dauert nur zwei Wochen und wird in kleinen Schritten gezeigt. Nach und nach wird diese Anleitung um den nächsten Schritt erweitert. Jeder kann, zeitlich gesehen, ganz sicher mitkommen. In diesem Jahr ist geplant, dass der erste Schritt am 23.7. kommt. Danach gibt es jeden Tag außer Sonntag einen neuen Schritt. Man kann aber leicht auch 2 oder 3 Schritte an einem Tag bewältigen. Arbeitet in Eurem Tempo.

Das ist kein Wettbewerb in der Art, wer zuerst fertig wird! Hier soll einfach der Spaß am Werden dabei sein.
Wir arbeiten alles in Ruhe und Schritt für Schritt. So bleibt auch noch Zeit für Fragen und Antworten hier im Forum oder auf FB!
Noch ein Hinweis: Lest Euch bitte immer ein, zwei oder auch drei Schritte vorher genau durch, wenn etwas unklar war, passe ich den Text neu an.

Sicher werden wir nicht alle QuilterInnen mit dieser Aktion einfangen und mitnehmen können. Aber wer Lust hat, kann bei diesem kleinen Spaß dabei sein!

Natürlich gibt es wieder eine Galerie dazu, wo wir gerne Eure Werke und Schritte einstellen.

In diesem Jahr befassen wir uns wieder mit English Paper Piecing (EPP). Das lässt sich auch unterwegs sehr einfach arbeiten. Für diejenigen, die gerade unterwegs sind oder keinen Drucker zur Verfügung haben gibt es sogar die Möglichkeit die Formen selber zu konstruieren.

Wenn Ihr Bilder zeigen möchtet, dann schickt sie bitte an Webredaktionatpatchworkgilde.de. Wir stellen sie dann in die Galerie. Das mit der Mail mag Euch etwas umständlich erscheinen, aber ich darf nicht einfach Bilder in die Galerie stellen. Das hat mit Urheberrecht zu tun!

Material/Werkzeuge

Wir brauchen:
Stoffe, keine großen Mengen, gerne Reste für das EPP.
Einige Stoffe in mindestens 17 x 22 cm. Sie bilden den Hintergrund für unsere Muster, noch nicht in der Größe zuschneiden, vielleicht liegt Euch eine andere Größe als mir….
Wer einen aufwändigeren Abschluss machen möchte, braucht noch Streifen für Binding, ist aber nicht zwingend nötig.

Mehrere Reste dünnes Volumenvlies, je mindestens 15 x 20 cm.

Papier: Ich bevorzuge 160 g Papier, DIN A4 für die Schablonen, es geht aber auch mit 120 g Papier und sogar mit normalem Kopier/Druckerpapier

Stoffschere
Papierschere
evtl. Textilklebestift, z. B. von Sewline
evtl. Trenner

Garn: Ich nutze gern ein feines Garn - aber jedes normale Nähgarn geht.
Farbe: angepasst an die Farbe des Stoffes, der Stoffe. Hat man viele verschiedene Stofffarben und Farbtiefen, nehme ich gern ein Grau oder einen Taupe-Ton - das sind "Tarnfarben", diese Farben passen sich prima an. Im Zweifel einen Ton dunkler als die meisten Stoffe aussuchen.

Heftgarn: ich nehme oft altes noch stabiles Garn oder Garn in "Unfarben", die ich nicht so brauche oder geschenkte Diskounter-Garne, die meine Nähmaschine nicht mag. Natürlich geht auch jedes Heftgarn im Handel. Heftgarn ist rauer als normales Nähgarn, dafür aber nicht ganz so stabil.

Klipse zum Heften: Wonderklips, Heftklammern, Mini Stoffklammern, es gibt viele Namen für diese kleinen Plastikklämmerchen oder auch Büroklammern.

Nadeln: Eine gute Nähnadel, angepasst an das Garn. Ich nehme gern Appliziernadeln. Da hat aber sicher jeder seine eigenen Vorlieben.
Für den Heftvorgang nehme ich irgendeine Nähnadel aus meinem Bestand.

Wer keinen Internetzugang und Drucker hat (es ist ja Urlaubszeit) benötigt auch Bleistift, Lineal, Zirkel und evtl. einen Radiergummi

Wer nicht selber zeichnen will/muss, der kann sich hier eine Zip-Datei mit Schablonen in vielen Größen herunterladen: https://www.patchwork.de/schablonen-kostenlos/ . Ich schreibe dann immer dazu, welche Größe ich verwendet habe. Wir werden verschiedene Schablonentypen verwenden.

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Unser erstes Muster besteht aus Hexagons (Sechsecken). Vermutlich hat jetzt in der Urlaubszeit nicht jeder die Möglichkeit die Dateien runterzuladen und auf einem Drucker auszudrucken.  Deswegen fangen wir damit an, wie man so ein Hexagon mit beliebiger Kantenlänge selber konstruieren kann. Keine Angst, ich nerve Euch nicht mit Mathematischen Beweisen. Damit hat man schon in der Schule versucht mir die Geometrie zu vermiesen… Als ich das neulich meiner Quiltgruppe gezeigt habe, waren alle ganz total begeistert, was sich da für Möglichkeiten eröffnen.

Für unser erstes Muster (morgen zeige ich Euch, was wir nähen wollen) brauchen wir Hexagons mit einer Kantenlänge von etwa 2,5 cm. Das entspricht im Bild dem x.

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Einen Kreis mit Radius 2,5 cm zeichnen

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Den Radius 6 Mal am Kreis abmessen

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Aus den 6 Punkten das Hexagon zeichnen

Oben habe ich geschrieben etwa 2,5 cm. Das kann auch 2,6 oder 2,4 cm sein. Wichtig ist, dass alle Hexagons die gleiche Größe haben und die Kantenlänge immer gleich groß ist. Ihr könnt also ein Hexagon konstruieren, ausschneiden und dann als Schablone für alle anderen verwenden. Verwendet dann aber die Schablone nicht mit, denn sie ist meist eine Idee kleiner als die neuen Hexagons.

Morgen brauchen wir dann 7 Hexagons aus dem (wenn möglich etwas festeren) Papier.

Wer die ZIP-Datei runtergeladen hat, der kann aus dem Ordner „Hexagon“ die Datei „25“ oder „25_optimiert“ ausdrucken und hier 7 Hexagons ausschneiden.

Man kann noch ein weiteres Hexagon aus Papier ausschneiden, an dem man vorher ca 0,75 cm Nahtzugabe anzeichnet...

Bis morgen!

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Heute kommen wir wirklich zum Nähen smiley

Gestern haben wir ja die 7 Schablonen zum Beziehen ausgeschnitten und eine Schablone mit Nahtzugabe. Ich habe mir bei der letzten Schablone innen die fertige Größe ausgeschnitten, denn ich möchte mir Motive aussuchen.

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Motiv auswählen, mit NZ auf dem Stoff aufzeichnen und auf der Linie ausschneiden. Ich habe einen Bordürenstoff und hab mir 6 x genau das gleiche Motiv ausgeschnitten. 1 x habe ich einen anderen Stoff gewählt, für die Mitte.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Stoff über das Papier zu heften. Ich zeige Euch 3 Möglichkeiten. Warum ich die zweite wähle erfahrt Ihr am Samstag. Aber es gehen auch hier alle 3 Methoden.

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Klebestift:
Die Schablone mittig auf den Stoff legen, und eine Kante mit dem Stift bestreichen.

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Stoff umklappen und festdrücken. Nächste Seite einstreichen, umklappen, festdrücken…

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Bei der letzten Kante an beiden Seiten den Stoff mit einstreichen.

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Und natürlich wieder rumklappen.

Die beiden anderen Methoden verwenden Nadel und Faden zum Heften.

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Zunächst alle Seiten umklappen und mit Klammern festhalten, dabei an jeder Ecke eine Kante umschlagen und die daran anschließende Seite drüberklappen, so dass eine saubere Ecke entsteht, die die gleiche Form hat wie die Schablone. Immer in der gleichen Richtung arbeiten.

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Für die 2. Methode verwende ich gerne, wie nachher auch zum Zusammennähen Appliziernadeln. Sie sind schön fein und gehen ganz leicht durch den Stoff. Dickere Nadeln lassen sich vielleicht leichter einfädeln, sind aber meist schwerer durch den Stoff zu ziehen…

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Der Faden bekommt einen Knoten am Ende und dann steche ich von unten durch die Stelle, wo die vielen Stofflagen vom Falten übereinander liegen, durchziehen

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Nun auf der anderen Seite der Falte einstechen und etwa da, wo man vorher rauskam wieder rauskommen.

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Jetzt an der Stelle, wo man beim letzten Stich eingestochen hat (1) wieder einstechen, aber an der nächsten Ecke wieder rauskommen (2).

So weiter machen, bis alle Ecken fest sind. Knoten machen und zwischen Stoff und Papier versenken.

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Bei der 3. Methode verwendet man Heftgarn. Dafür nehme auch ich eine dickere Nadel wink. Einen Knoten machen und von oben durch die Ecke durchstechen, da wo alle Lagen übereinander liegen.

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An der nächsten Ecke, wieder durch alle Stofflagen von unten nach oben stechen.

 

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Bei größeren Teilen (diese mit 2,5 cm Kantenlänge zählen zu den kleineren Teilen) kann man an jeder Kante auch mehrere Stiche machen. Dann rutscht das Papier nicht raus. Wir enden wirder auf der oberen Seite mit einem Knoten.

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So sehen meine 7 Teile von der Rückseite aus

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Und so von der vorderen Seite.

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Zum Zusammennähen verwende ich wieder meine feine Appliziernadel und ein farblich gut passendes Nähgarn. Es gibt auch QuilterInnen, die Quiltgarn nehmen, weil es besser hält. Der Faden bekommt am Ende wieder einen Knoten. Zwei  Hexagons mit der Stoffseite zusammenlegen beim unteren Teil zwischen Papier und Stoff durchstechen, dass man an der Spitze rauskommt.

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Vom oberen und vom unteren Teil je 2 Fäden auf die Nadel nehmen und den Faden gut festziehen.

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Knapp daneben wieder vom oberen und vom unteren Teil je 2 Fäden auf die Nadel nehmen und den Faden gut festziehen… Nach ein paar Stichen sicherheitshalber kontrollieren, ob man die richtige Seite zusammennäht. Ich setze auf eine 2,5 cm lange Kante ca 25 Stiche. Am Ende der Kante einen doppelten Knoten machen. Nicht abschneiden!

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Die ersten beiden Teile sind zusammen smiley

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Die dritte Naht verbindet eines der beiden ersten Teile mit dem Mittelteil. Man kann einfach den Faden von der ersten Naht weiterführen. In welchem System man die Hexagons zusammensetzt bleibt jedem selber überlassen. Wenn ein Faden zu Ende geht, dann einen doppelten Knoten machen, zwischen Stoff und Papier versenken und abschneiden.

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Das erste Hexagon ist fertig!

Ich wünsche Euch viel Freude beim Nähen! Wenn Ihr Fragen habt, stellt sie am besten im Forum zum heutigen Thread.

Morgen geht es weiter smiley

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Heute wollen wir die Hexagonblumen auf einen Hintergrund applizieren. In der Materialliste heißt es ja Stücke von mindestens 17 x 22 cm. Ob der Stoff nun genau diese Größe hat oder etwas länger oder breiter ist, das bleibt Euch überlassen. Am Montag erfahrt Ihr, wie wir die heute entstehenden Teile endgültig verarbeiten. Dann könnt Ihr sie zurrecht schneiden.

Vor dem Applizieren entfernt Ihr, wenn möglich das Papier. Das geht bei der zweiten Methode. Wenn Ihr eine der anderen Methoden genommen habt, dann könnt Ihr mit dem Papier applizieren und hinterher den Hintergrund aufschneiden und das Papier entfernen.

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Die Blume wird nicht genau mittig appliziert, sondern etwas nach rechts verschoben. Am rechten Rand sollten aber mindestens noch 1,5 cm bleiben. In der Höhe darf es aber schon mittig sein. Mit Stecknadeln feststecken. Ihr könnt auch Sicherheitsnadeln nehmen. Die "alten Hasen" dürfen nun einfach loslegen. Wer noch nie appliziert hat, schaut noch weiter smiley

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Ihr braucht wieder einen gut passenden Faden (der Faden soll immer zu dem Stoff passen, der appliziert wird) und eine Appliziernadel. Am Ende des Fadens einen Knoten machen und aus der umgelegten Kante des Hexagons herausstechen.

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Genau dort, wo Ihr gerade rausgekommen seid in den Hintergrundstoff einstechen und dicht daneben wieder von unten die Blume fassen. Faden durchziehen. Und dann immer so weiter: Da wo Ihr rausgekommen seid in den Hintergrundstoff einstechen und beim Hochkommen wieder die Blume fassen... Wenn der Faden zu Ende geht auf der Rückseite einen Knoten machen und den Faden unsichtbar verstechen. Ebenso, wenn die Blume fertig appliziert ist.

Wenn das Papier noch drinne ist, dann schneidet Ihr ca 1 cm von der Nahtlinie nach innen den Hintergrundstoff weg und könnt dann das Papier heraustrennen.

Montag geht es weiter. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!!!

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Damit Ihr Eure nächsten Schritte besser planen könnt, löse ich heute auf, was wir in dieser Sommer-Tour machen. Es werden Mugrugs oder auch Tassenteppiche oder Untersetzer...

Sie sind eine gute Möglichkeiten Techniken oder Muster auszutesten ohne gleich einen Doppelbettquilt zu nähen...

Wer mag, darf den einen oder anderen Schritt auch gerne mit der Maschine ausführen. Ich habe im Urlaub genäht, da hab ich alles mit der Hand gemacht.

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Auf der Rückseite der applizierten Hexagonblume habe ich mir in etwa die Mitte markiert und mir für den Außenrand eine Nählinie gezeichnet. Und dann ein Sandwich zum Verstürzen hergestellt: unten das Vlies, dann die Rückseite (rechte Stoffseite nach oben) und die Vorderseite mit der Blume (rechte Seite nach unten).

Auf der Nählinie nähen, eine Wendeöffnung lassen. Wer mit der Hand näht, ich habe einen sehr kleinen Rückstich oder Steppstich verwendet. Hält super!

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Auf der Rückseite den Stoff auf eine gleichmäßige Nahtzugabe zurückschneiden, wer mag, darf die Ecken abschrägen (ich weiß, da gibt es die unterschiedlichsten Meinungen dazu). Aber nicht die Naht einschneiden! Das Vlies ganz knapp an der Naht zurückschneiden. An der Wendeöffnung habe ich es erst später zurückgeschnitten, damit es bis mir nicht zu weit reinrutscht. Aber Ihr dürft es auch gleich zurückschneiden. Probiert es aus, was Euch besser gefällt, was bei Euch besser klappt.

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Jetzt wird natürlich gewendet und die Naht geschlossen. Ich habe mir das Vlies vor dem Schließen der Nahtzugabe an der Oberseite festgesteckt und zurückgeschnitten und dann die Naht geschlossen.

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Und nun dürft Ihr Euch entscheiden, wie Ihr Euren Mugrug quilten möchtet. Nachdem mein Zirkel eh bereit lag habe ich mich für Kreise entschieden.

Vielleicht mag nicht jede von Euch den Mugrug verstürzen und dann quilten. Hier gibt es die Möglichkeit sich viele verschiedene Bindingtypen anzusehen.

Mein nächster Mugrug bekommt ein Binding. Aber soweit sind wir heute noch nicht.

Morgen geht es wieder mit Zirkel und Lineal weiter.

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EPP ist so vielseitig. Man kann nicht nur Hexagons damit nähen, es gibt so viele verschiedene Formen… Heute variieren wir das Hexagon.

Wir starten wieder mit einem Kreis. Diesmal nehmen wir für den Radius 2 cm.

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Tragen den Radius auf dem Kreisbogen 6 x an

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Die unteren drei Seiten zeichnen wir wie beim Hexagon, aber die obere entfällt, dafür  verlängern wir die zwei gegenüberliegenden Seiten über den Kreis hinaus. Sie treffen sich genau über der Kreismitte.

Morgen brauchen wir von dieser Form 6 Schablonen und zusätzlich ein Hexagon mit der Kantenlänge 2 cm.  Wer mag, darf sich auch wieder Zuschneideschablonen mit Nahtzugabe machen.

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Wer die heruntergeladenen Schablonen verwendet, druckt bitte Hexagons 20 mm (nicht die optimierte Version) aus. Da kann man diese Form auch wunderbar herausschneiden.

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Gestern habt Ihr ja die neuen Schablonen geschnitten. Nun schneidet Ihr den Stoff mit Nahtzugabe aus. Wenn Ihr bestimmte Bereiche im Stoff finden möchtet, dann habt Ihr sicher schon eine Sichtschablone gemacht.

Beim Heften der Spitze ist es nun etwas anders als bei einem gleichmäßigen Hexagon.

Es wird eine Kante der Spitze auf das Papier geklappt.

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Dann wird die zweite drübergeklappt

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und so wie bei den Hexagons festgeheftet. Dieses Schwänzchen darf überstehen. Wenn man einen größeren Block näht, muss man darauf achten, dass alle "Schwänzchen" in die gleiche Richtung gehen. Wir verstecken sie nachher beim Applizieren.

 

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Nach dem Heften habe ich ein Hexagon und 6 Fünfecke.

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Fertig zusammengesetzt heißt er Hexagonal Star oder Texas Star (Quelle: Barbara Brackman, Encycopedia of pieced Quilt Patterns). Texas Star verwundert mich etwas, denn der Stern von Texas hat eigentlich nur 5 Spitzen.

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Die "Schwänzchen" müssen ja noch verschwinden...

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Ich schneide sie ein wenig zurück

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und klebe sie auf der Rückseite fest.

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Nun sind die Ecken gut präpariert und der Stern kann appliziert werden.

Diesen Mugrug nähe ich mit einem richtigen Binding.

Ich habe gleich Quiltlinien aufgezeichnet und das Sandwich (Rückseite, Vlies, Vorderseite)  von der Rückseite mit Sicherheitsnadeln geheftet (dann verfängt sich beim Handquilten das Garn nicht in den Nadeln).

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Von der Rückseite sieht das dann so aus.

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Und nach dem Quilten und Begradigen. Ich nähe vor dem Begradigen ein Mal außen rum, damit sich das Vlies nicht zurückzieht, wenn ich geschnitten habe. So ist das Bindig schön mit Vlies gefüllt smiley

 

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Für das Binding schneide ich einen Streifen von 6 cm zu und bügle ihn zur Hälfte. Die offene Kante lege ich an die Mugrug-/Quiltkante. Die ersten 10 bis 15 cm werden noch nicht angenäht, ich starte etwa bei der Stecknadel im Bild, den Streifen füßchenbreit anzunähen. Wenn möglich mit Obertransporteur! Nach den ersten paar cm Naht nehme ich mein Werk von der Nähmaschine und teste auf der Rückseite ob das Binding beim Umklappen auch die Naht vom Annähen abdeckt. Im Zweifelsfall die Naht etwas schmaler oder breiter machen.

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Ich nähe bis ich füßchenbreit vor der Kante (lieber etwas weiter entfernt als zu dicht) bin und verriegle.

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Das Binding wie im Bild nach oben klappen, die Schräge muss genau an der Ecke des Mugrugs enden.

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Dann nach unten klappen, die obere Kante muss wieder mit der Kante des Mugrugs abschließen. An der oberen Kante mit Verriegeln festnähen, bis zur nächsten Ecke.

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Wenn alle 4 Ecken genäht sind, muss man das Binding ja zusammennähen. Zunächst lässt man die Enden genau in der ursprünglich geschnittenen Streifenbreite überlappen.

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Die Enden im rechten Winkel aufeinander legen und schräg zusammennähen. Ich stecke gut, damit nichts verrutscht. Außerdem kann ich so nochmal testen, ob ich in die richtige Richtung nähe... Genau in die Ecken nähen.

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Eine Nahtzugabe von ca 0,75 cm stehen lassen, die Naht mit den Fingern auseinanderbügeln.

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Wenn man die schräge Naht in der richtigen Richtung genäht hat, dann legt sich das Binding glatt auf den Mugrug und das letzte Stück Naht kann genäht werden.

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Auf der Rückseite mit der Hand annähen (da nehme ich wieder den gleichen Stich wie beim Applizieren). Dabei die Ecken ausformen, wie sie auch auf der Vorderseite erscheinen.

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Geschafft smiley

Morgen geht es wieder mit Zirkel und Lineal weiter...