Eine Lanze brechen für die Geschichte des Patchwork und Quiltens:

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#1 24. Juli 2020
Bea Galler
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Eine Lanze brechen für die Geschichte des Patchwork und Quiltens:

Ich informiere mich gern in meinem liebsten Tätigkeitsbereich. Ich abonniere also auch Newsletter (NL) von Fachgeschäften und Unternehmen/Produzenten, die dann auf neue Produkte und neue Ware in den jeweiligen Shops hinweisen.
Heute kam wieder so ein NL an. Alles in Ordnung, wie gesagt, ich informiere mich gern!
Und dieses Mal war ein Link zu einem freien Blockmuster dabei. Super. Das mag ich als Kunde auch. Schnell mal den Link angeklickt und reingeschaut.
Und dann lese ich einen Satz, der mich wieder mal sehr traurig macht.
Zitat: "Patchwork und Quilten kommen ursprünglich aus den USA."

Das ist so nicht ganz richtig. Patchwork und Quilten gab es schon im alten Ägypten. Als ältestes Patchwork ist eine Baldachindecke aus Ägypten anerkannt, die etwa 980 vor Christus entstanden sein soll. Die Decke wird im ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt (Quelle: Schnuppe von Gwinner, Die Geschichte des Patchworkquilts, ISBN 3-87405-176-5, kann man sich in der Gilde-Bibliothek ausleihen.)

Der grobe weitere Verlauf ist wie folgt: Die Kreuzritter trugen die Technik mit ihren Kreuzzügen weiter in die Gegend, die man heute als Europa kennt. Von dort "wanderte" PW aus in die neue ferne Welt, in die alle Hoffnungen gesetzt wurde. Damit war Patchwork und Quilten in Amerika angekommen.
Bestes Beispiel ist die Auswanderung der Mennoniten und der Amish-Bewegung mit ihren ganz speziellen Quilts. Eine Wiege der Amish stand in Frankreich.

In Amerika wurde Patchwork und Quilten sehr weiter entwickelt und vervollkommnet. Dieser Teil der Geschichte ist ein wichtiger Schritt, keine Frage. Und schließlich ist die Welle auch wieder ins alte Land zurück geschwappt, wo wir Patchworkerinnen und Quilterinnen hier in Deutschland und Europa nun von all den Modernisierungen und Errungenschaften profitieren können.
Aber der Ursprung ist nicht in den USA zu suchen.

Das wollte ich an dieser Stelle klar stellen. Danke für´s Lesen.

Das oben bereits genannte Buch kann ich jedem empfehlen, der sich mit der Geschichte des Patchworkens und Quiltens beschäftigen möchte.

Liebe Grüße
Bea

25. Juli 2020
Bärbl Vollertsen
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Danke, Bea!

25. Juli 2020
Ingrid Strixner

Das hätten die Amerikaner wohl gerne gehabt, das Ursprungsland des Quilts zu sein!

Ich habe meine Weisheiten u. a. aus dem Buch "Die Welt der Quilts" von Celia Eddy. Sie geht ein wenig anders heran und zeigt, wo überall in der Welt Quilts entstanden und immer noch entstehen. Um einen geschichtlichen Abriss kommt auch sie nicht herum und sagt, die älteste erhaltene Stepparbeit wurde im Grenzgebiet zwischen der Mongolei und Sibirien im Grab eines Skythenfürsten gefunden. Sie wird auf 100 v. Cr. bis 200 n. Chr. datiert und ist kein Patchwork, sondern ein "Wholecloth".

Womit Amerika in jedem Fall aus dem Rennen wäre...

Liebe Grüße

Ingrid

25. Juli 2020
Anke Doerks
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Danke Bea , das du das Thema angeschnitten hast . 
 

Wer wann das erste mal ein Patchworkmuster erfunden hat , ist doch eigentlich sowas von egal .Die Tatsache ist doch die , auch früher wurde Handarbeit gemacht und wahrschlich immer nur die Frauen , weil die Männer auf kreuzügen waren . Wahrscheinlich sind da auch die Decken mitgenommen worden um sich nachts mit den selbigen zu wärmen und an die da heimgeblieben zu denken .

Die Orientteppiche enthalten auch Patchworkmuster , die Griechen in ihren Mosaiken und auch im Schmuck . Viele Kirchen , egal welchem Glaubens ,  haben Muster , die wir  die traditionel  nähen auch schon verarbeitet haben . 
 

Die Amisch und Menoiten  und auch die Siedler , die in der neuen Welt , sprich Amerika , ausgewandert sind , haben Stoffe genutzt und haben ihre Bettdecken für die kalte Jahreszeit zu nähen . Damals hieß aus alt mach neu . 
Hierzulande werden mehr Kleinigkeiten genäht , in anderen Ländern mehr Decken . Weil die nützlich sind . 
 

Heute bin ich durch Zufall in Hamburg nach den  Besuch der ELPI , ich wollte auch mal  auf der Plattform stehen , die Schlange zu den Sälen war mir zulang , auf dem Rückweg über einen Steinteppich gegangen und siehe da ein Patchworkmuster . 
Das geschah nachdem ich den selbstgeführten Wanderweg in Hamburg gegangen bin , ich ander Fußgänger beobachtet , die sehen das garnicht . 
Mein  persönlicher Slogan ist , "Wanderer sehen mehr "

LG Anke